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Psychische Überforderung durch visuelle Reizüberflutung im Zeitalter von Punkt und Pixel führt zur Veränderung der Wahrnehmung!

Was versteht man unter einer Reizüberflutung?

Wir nehmen die Welt über unsere Sinne wahr: sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen. Am dominantesten sind jedoch die visuellen und akustischen Eindrücke. Von den Sinnesorganen gelangen die Reize über Nervenbahnen direkt in unser Gehirn, wo sie verarbeitet werden. Da jedes Sinnesorgan einem eigenen Zentrum im Gehirn zugeordnet ist, können problemlos mehrere Eindrücke verschiedener Sinnesorgane gleichzeitig verarbeitet werden. Von einer Reizüberflutung wird nur dann gesprochen, wenn so viele Eindrücke, meist desselben Sinnes, auf den Menschen einwirken, dass das Gehirn die gesehenen oder gehörten Informationen nicht mehr verarbeiten kann. Insbesondere durch die Technisierung und Modernisierung der heutigen Welt ist die akute und chronische Reizüberflutung ein aktuelles Thema, man rufe sich nur einmal das Bild einer blinkenden und lauten Großstadt in Erinnerung. (Quelle: https://www.gesundheit-und-wohlbefinden.net/psychische-ueberforderung-durch-reizueberflutung/)

Unsere zwei Gehirne –  “Überlebenssicherung und Probleme”

Sensorische Informationen werden „anders“ übermittelt bzw. organisiert und die rechte Gehirnhälfte (limbisches System) spielt eine entscheidende Rolle dabei. Bei Hochsensiblen funktioniert die Wahrnehmung nach anderen Regeln, denn die Grundeinstellung zur Datenaufnahme und –organisation unterscheidet sich von derjenigen, die die überwiegende Mehrheit der Mitmenschen hat. Hier liegt einerseits der Knackpunkt für die leichte Überflutung mit Reizen, andererseits jedoch die Lösung.

Wir Menschen haben zwei Gehirne, ein kognitives- und ein emotionales-. Das emotionale Gehirn (limbisches System) ist schon sehr alt und war immer dafür zuständig unser Überleben zu sichern, während das kognitive Gehirn (Neokortex) bewusst, rational und sprachlich arbeitet. Diese beiden Gehirnhälften arbeiten sehr unterschiedlich und Probleme entstehen immer dann, wenn die Zusammenarbeit nicht so gut funktioniert. Das emotionale Gehirn ist einfacher als der Neokortex organisiert, hat jedoch einen engen Kontakt zu unserem Körper, weshalb die Überflutung mit Reizen auch immer unmittelbare körperliche Auswirkungen hat. Das limbische System ist auch nicht in regelmäßigen Neuronenschichten angeordnet, weshalb die Verarbeitung von Informationen durch die miteinander verschmolzenen Nervenzellen schneller, aber zunächst ungenauer erfolgt. Beispielsweise erregt ein umherliegender Ast im Wald schnell unsere Aufmerksamkeit, weil er als Tier (Schlange) gedeutet eine potentielle Gefahrenquelle darstellt. Gibt das limbische System bei der Wahrnehmung nämlich den Ton an, dann scannt es permanent die Umgebung nach möglichen Gefahren und will so viel wie möglich wahrnehmen. Das ist in einer reizarmen Umgebung und in besonderen Situationen sicherlich von Vorteil, in unserem Alltagsgeschehen zeigt sich jedoch die andere Seite der Medaille: Das Nervensystem ist (über-)erregt und das setzt uns und unseren Körper massivem Stress aus. (Quelle: Birgit Trappmann-Korr https://www.trappmann-korr.de/bibliothek/schluss-mit-reiz%C3%BCberflutung/)

Auch Reizüberflutung benötigt sehr viel Energie für die Wahrnehmungsverarbeitung!

Wichtig zu verstehen ist, dass die Besonderheiten in der Wahrnehmungsverarbeitung nicht durch Sinnesbeeinträchtigungen entstehen. Z. B. Augen usw. funktionieren normal – es ist das Gehirn, das die Reize verarbeiten muss und schlicht und einfach die Flut der Informationen, allein durch den großen Energieverbrauch des Gehirns, unangenehm wahrnimmt.
„Unser menschliche Gehirn ist im Vergleich zu anderen Organen ein Energiefresser: Obwohl es nur etwa zwei Prozent der Körpermasse ausmacht, ist es für fast 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich. So braucht unser Denkapparat rund 50 Prozent mehr Energie, als unser Herz. Ein Problem dabei: Das Gehirn ist nicht in der Lage, für Spitzenbelastungen ausreichend Energie in Reserve zu halten!“

Notfalls spart unser Gehirn an der Wahrnehmungsverarbeitung!

Schädigt die Reizüberflutung auch unser Gehirn und wird unsere Wahrnehmung verändert?

Überstimulierung kann der Hirnentwicklung schaden – zumindest bei jungen Mäusen. US-Forscher hatten die Tiere mit Tönen beschallt. Bei den Nagern bildeten sich keine kleinen Blutgefäße mehr im Gehirn.

Chronische Überstimulierung schädigt das Gehirn junger Mäuse. Bei Tieren, die kurz nach der Geburt zum Beispiel dauernd mit Geräuschen beschallt wurden, bildeten sich kaum noch kleine Blutgefäße im Gehirn, berichten Forscher aus den USA im Fachblatt “Nature”.

Sie halten es für möglich, dass auch beim Menschen Überstimulierung oder Reizüberflutung die Hirnentwicklung beeinträchtigt. Dies müssten aber weitere Untersuchungen zeigen.

Christina Whiteus und ihre Mitarbeiter von der Yale University School of Medicine hatten Mäusen ab einem Alter von 15 Tagen zehn Stunden täglich ein Gemisch aus verschiedenen Tönen, natürlichen Geräuschen oder weißem Rauschen vorgespielt – bis die Mäuse 25 Tage alt waren.

Bildung neuer Blutgefäße deutlich reduziert

Es zeigte sich, dass die Bildung neuer Blutgefäße in der Hörrinde des Gehirns um 70 Prozent gegenüber Kontrolltieren reduziert war. Das Längenwachstum der Gefäße schrumpfte um 80 Prozent.

Die gleichen Auswirkungen auf die Blutgefäße sahen die Forscher in den jeweils überstimulierten Hirnbereichen, wenn sie die jungen Mäuse fünf Tage drei Stunden täglich in einem Laufrad rennen ließen oder ihre Schnurrhaare zehn Stunden täglich für acht Tage mit Hilfe eines Luftstroms stimulierten.

Stress oder Energiemangel erklärten die beeinträchte Gefäßbildung nicht. Vermutlich werde infolge der Überstimulierung im Gehirn zu viel Stickstoffmonoxid (NO) gebildet, berichten die Forscher. Von dieser gasförmigen Verbindung ist bekannt, dass sie die Bildung von Blutgefäßen mitsteuert. Verabreichten die Wissenschaftler den Nagern einen NO-Hemmstoff, verlief die Gefäßbildung normal.

Sauerstoffversorgung im Gehirn beeinträchtigt

Die Forscher fanden weiter, dass die mangelnde Gefäßneubildung die Sauerstoffversorgung im Gehirn beeinträchtigte. Dies wiederum führte dazu, dass die Nervenzellen weniger Dornfortsätze bildeten. Diese kleinen Ausstülpungen sind für die Übertragung von Informationen zwischen den Nervenzellen wesentlich.

Beendeten die Forscher die Überstimulierung des Gehörs nach fünf Tagen, hatten die Nager einen Monat später normal entwickelte Blutgefäße. Hielt sie hingegen mindestens 15 Tage an, zeigten die Mäuse auch im Alter von fünf Monaten noch immer eine geringere Gefäßdichte als Kontrolltiere.

Dies lege nahe, dass es einen kritischen Zeitraum gibt, in dem sich die Blutgefäße erholen könnten, schreiben die Forscher. Danach würden die Schäden chronisch.

Die optisch aufgenommenen Reize werden als Impulse über Nervenbahnen an unser zentrales Nervensystem (Gehirn) weitergeleitet. Tatsächlich verlaufen zwei bis drei Millionen Nervenfasern zu Gehirn, und jede von ihnen übermittelt bis zu 300 Impulse pro Sekunde. Unser Gehirn wird also von Millionen Reizen pro Sekunde bombardiert. Nur einen kleinen Teil davon nehmen wir bewusst wahr.

 

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